Als Webdesigner jonglierst du mit verschiedenen Abrechnungsmodellen: Einmalige Projekte, laufende Wartung, Hosting-Kosten und manchmal auch Drittanbieter-Lizenzen. Eine professionelle Rechnung dokumentiert all diese Leistungen klar und nachvollziehbar.
Die Besonderheiten der Webdesigner-Rechnung
Webdesign-Projekte haben einzigartige Anforderungen:
- Projektphasen: Konzept, Design, Entwicklung, Launch
- Wiederkehrende Leistungen: Hosting, Wartung, Updates
- Drittkosten: Domains, Stockfotos, Premium-Plugins
- Nutzungsrechte: Designs, Code, Konzepte
Abrechnungsmodelle für Webdesigner
1. Projektpauschale (Festpreis)
Der Klassiker für Website-Projekte. Ein Festpreis für das gesamte Projekt.
Vorteile:
- Klare Budgetplanung für den Kunden
- Belohnt effizientes Arbeiten
- Professioneller Eindruck
Typische Projektpreise:
| Projekttyp | Preisrange |
|---|---|
| One-Pager | €800-2.000 |
| Kleine Business-Website (5-10 Seiten) | €2.500-5.000 |
| Mittelgroße Website mit CMS | €5.000-12.000 |
| E-Commerce Shop | €8.000-25.000 |
| Komplexe Webanwendung | €15.000-50.000+ |
Wichtig: Definiere genau, was im Preis enthalten ist (Anzahl Seiten, Revisionsrunden, responsive Design, etc.).
2. Stundensatz
Flexibler, aber mehr Dokumentationsaufwand.
Wann sinnvoll:
- Unklarer Projektumfang
- Laufende Optimierungen
- Support und Bugfixes
Typische Stundensätze:
| Erfahrung | Stundensatz |
|---|---|
| Junior (0-2 Jahre) | €50-70 |
| Mid-Level (2-5 Jahre) | €70-100 |
| Senior (5+ Jahre) | €100-150 |
| Spezialist/Agentur | €120-200+ |
3. Monatliche Wartungspauschale
Für laufende Betreuung und Updates.
Leistungen typischerweise:
- WordPress/CMS-Updates
- Plugin-Updates
- Sicherheits-Monitoring
- Kleine Anpassungen (z.B. 2 Stunden/Monat)
- Backup-Management
Preise:
| Paket | Monatspreis |
|---|---|
| Basis (Updates, Backups) | €50-100 |
| Standard (+ kleine Änderungen) | €100-200 |
| Premium (+ Support, Prio) | €200-500 |
4. Hosting-Abrechnung
Wenn du Hosting weiterberechnest:
Varianten:
- Durchreichen: Originalkosten + Aufschlag (10-30%)
- Pauschal: Fester Monatspreis inkl. Hosting
- Separater Vertrag: Kunde zahlt Hoster direkt
Pflichtangaben auf Webdesigner-Rechnungen
Jede Rechnung muss enthalten:
- Deine vollständigen Angaben
- Name/Firma, Anschrift - Steuernummer oder USt-IdNr. - Bankverbindung
- Kundendaten
- Vollständiger Firmenname - Anschrift - Ansprechpartner (optional)
- Rechnungsdetails
- Fortlaufende Rechnungsnummer - Rechnungsdatum - Leistungszeitraum
- Leistungsbeschreibung
- Art der Leistung (Design, Entwicklung, etc.) - Projektname/-referenz - Detaillierte Aufschlüsselung
- Beträge
- Nettobeträge - Umsatzsteuer (19% oder 7% für E-Books) - Bruttobetrag
Muster-Rechnung für ein Website-Projekt
RECHNUNG Nr. 2025-042
Projekt: Website-Relaunch Beispiel GmbH
Leistungszeitraum: 01.09.2025 - 15.10.2025
Position 1: Konzept & Wireframes
- Kick-off Workshop
- Sitemap-Entwicklung
- Wireframes für 8 Seitentypen
Pauschal: 1.200,00 €
Position 2: UI/UX Design
- Designkonzept (Desktop + Mobile)
- 3 Revisionsrunden
- Style Guide & Assets
Pauschal: 2.800,00 €
Position 3: Entwicklung (WordPress)
- Theme-Entwicklung (Custom)
- Responsive Umsetzung
- Plugin-Konfiguration
- Kontaktformular mit DSGVO
Pauschal: 3.500,00 €
Position 4: Content-Einpflege
- 8 Seiten Textinhalt
- Bildoptimierung
- SEO-Grundeinrichtung
Pauschal: 800,00 €
Position 5: Launch & Übergabe
- Server-Einrichtung
- DNS-Konfiguration
- SSL-Zertifikat
- Schulung (2 Std.)
Pauschal: 500,00 €
Position 6: Drittkosten (durchgereicht)
- Premium-Theme-Lizenz 79,00 €
- Stockfotos (5 Stück) 125,00 €
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Zwischensumme: 9.004,00 €
zzgl. 19% USt.: 1.710,76 €
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Gesamtbetrag: 10.714,76 €
Drittkosten richtig abrechnen
Durchreichen mit Aufschlag
Drittkosten (im Auftrag des Kunden erworben):
- Domain-Registrierung (1 Jahr) 15,00 €
- Premium-Plugin WooCommerce 199,00 €
- Stockfoto-Paket 89,00 €
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Zwischensumme Drittkosten: 303,00 €
zzgl. Handling-Pauschale (10%): 30,30 €
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Drittkosten gesamt: 333,30 €
Wichtig bei Drittkosten:
- Belege aufbewahren
- Klar als „durchgereichte Kosten" kennzeichnen
- Umsatzsteuer beachten (bei Nicht-EU-Anbietern)
Nutzungsrechte einräumen
Als Webdesigner überträgst du Nutzungsrechte an deiner Arbeit. Das solltest du dokumentieren:
Nutzungsrechte:
Mit vollständiger Bezahlung dieser Rechnung gehen
folgende Nutzungsrechte an den Auftraggeber über:
- Zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht für die
erstellte Website
- Recht zur Bearbeitung und Weiterentwicklung
- Keine Übertragung an Dritte ohne Zustimmung
Der Quellcode verbleibt beim Designer. Eine
Weiterverwendung für andere Projekte ist nur
mit schriftlicher Genehmigung zulässig.
Wartungsverträge abrechnen
Monatliche Wartungsrechnung
RECHNUNG Nr. 2025-WM-10
Wartungspaket "Professional" - Oktober 2025
Website: www.beispiel.de
Enthaltene Leistungen:
- WordPress Core Update (6.3 → 6.4)
- Plugin-Updates (12 Plugins)
- Theme-Update
- Sicherheits-Scan
- Backup-Erstellung (4x)
- Ladezeit-Monitoring
Inklusiv-Kontingent: 2 Std. kleine Anpassungen
Genutzt: 1,5 Std.
- Header-Anpassung (0,5 Std.)
- Neuer Blog-Beitrag eingepflegt (1,0 Std.)
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Monatspauschale: 150,00 €
zzgl. 19% USt.: 28,50 €
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Gesamtbetrag: 178,50 €
Häufige Fehler vermeiden
1. Unklare Leistungsbeschreibung
Falsch: "Website-Erstellung" Richtig: "Konzeption, Design und Entwicklung einer 8-seitigen Unternehmenswebsite auf WordPress-Basis inkl. Responsive Design"
2. Fehlende Revisionsrunden
Definiere immer, wie viele Änderungsrunden inklusive sind. Zusätzliche Runden separat abrechnen.
3. Keine Projektreferenz
Gib immer den Projektnamen oder die URL an. Erleichtert die Zuordnung beim Kunden.
4. Drittkosten nicht getrennt
Mische eigene Leistungen nicht mit durchgereichten Kosten. Das verwirrt und kann steuerlich problematisch sein.
5. Keine Zahlungsziele
Definiere klare Fristen: "Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung."
Zahlungsmodalitäten für große Projekte
Empfohlene Struktur:
- Bei Auftragserteilung: 30% Anzahlung
- Nach Design-Freigabe: 30%
- Bei Launch: 40% Schlussrechnung
Bei sehr großen Projekten:
- Monatliche Abschlagsrechnungen
- Meilenstein-basierte Zahlungen
- Escrow-Dienste für internationale Kunden
Fazit
Eine professionelle Rechnung ist deine Visitenkarte nach Projektabschluss. Sie dokumentiert den Wert deiner Arbeit und sichert deine Forderungen.
Die wichtigsten Punkte:
- Klare Aufschlüsselung - Was genau wurde geliefert?
- Drittkosten separat - Transparent und nachvollziehbar
- Nutzungsrechte regeln - Was darf der Kunde mit dem Design?
- Wartung strukturieren - Monatlich abrechnen
- Anzahlungen verlangen - Große Projekte absichern
Mit Clever Invoice erstellst du professionelle Webdesigner-Rechnungen in Minuten - inklusive Projektphasen, Wartungspakete und automatischer Drittkosten-Berechnung.